Projekt: Eine PV-Anlage aufs Tennisheim bringen – und Licht in Strom verwandeln
Am Morgen des 10. Mai 2024 hatten sich einige Helfer auf dem Hof des Tennisvereins eingefunden. Die Sonne stand schon hoch am Horizont, doch in manchen Gesichtern lag die Nachwirkung eines Vatertags, der länger gedauert hatte als geplant. Es war die Art von Morgen, an dem Männer ihre Zusagen einhielten, auch wenn ihre Köpfe anderes verlangten.
Mit Schaufeln, Schubkarren und gedämpftem Humor stiegen sie auf das Dach des Clubhauses. Dort oben lag der Schotter, der seit Jahren jeder Witterung getrotzt hatte – knapp 13 Tonnen. Eine Menge, die sich erst wirklich ermessen ließ, wenn man sie Kübel für Kübel bewegte.
Detlef fuhr den Trecker an diesem Tag. Die Männer sagten später, er habe die leichteste Rolle gehabt. Doch er saß allein auf seinem Sitz, führte den Gummiwagen dreimal zur Firma Grothe hinüber und kehrte dreimal zurück, den Blick ruhig, als würde die Routine den Staub der Stunden glätten. Jens Grothe wiederum sorgte dafür, dass wir uns um den Schotter der Vergangenheit keine Gedanken mehr machen mussten.
Eine Woche zuvor hatte die Firma Dirk Reimler den neuen Zählerkasten montiert. Dirk, der gerade dabei war den Kasten zu setzen, hatte beiläufig bemerkt, dass es sinnvoll sei, die Grundlast des Clubhauses gleich mit einem kleinen PV-Anteil abzudecken. Es war eine dieser technischen Empfehlungen, die unaufgeregt ausgesprochen wurde, aber weitreichende Folgen hatte. Und so entschieden die Verantwortlichen, sechs Solarmodule für den Eigenverbrauch einzuplanen, während die große Anlage den Strom komplett einspeisen sollte.
Die beiden Wechselrichter – einer mit 25 kW, der andere mit 2 kW – standen seitdem wie zwei ungleiche Brüder neben dem Zählerschrank, bereit, die Zukunft in Gleich- und Wechselströme zu verwandeln: 22 kWp für die Volleinspeisung, 2,43 kWp für den Eigenbedarf.
Anfang Juni – die Module erreichten das Dach
An einem Freitag Anfang Juni hob Andreas Bauhaus die Module der Anlage mit dem Kran hinauf. Es war ein Vorgang, der bemerkenswert lautlos wirkte – glänzende Paneele, langsam schwebend, als würden sie eine eigene Art Gravitation kennen.
Für den folgenden Freitag war die Montage angesetzt. Dennis und Gerrit standen bereit, letzterer der Urheber der ganzen Idee. Und sie brachten jemanden mit, von dem sie sagten, er kenne sich wirklich aus: Matthias. Er erschien tatsächlich, und seine Ankunft verlieh dem Projekt einen Tonfall von Sicherheit, als hätte plötzlich jemand die Landkarte dabei, während alle anderen nur die Richtung kannten. Natürlich gab es einige helfende Hände, allen voran, die beiden die IMMER zur Stelle sind, wenn es was zu tun gibt, Tobi und Dete! Vielen Dank an dieser Stelle!!
Die Zahlen – nüchtern, aber eindrucksvoll
- 55 SENEC-Module à 405 Wp für die Volleinspeiseanlage, betrieben über einen SolaX 25kW Wechselrichter
- 6 Module à 405 Wp für den Eigenverbrauch mit einem SolaX 2kW Wechselrichter
- Unterkonstruktion von K2 Systems, Neigung 10° Richtung Ost und West
- Erfolge bis November 2025:
→ 28 MWh erzeugt
→ 19 Tonnen CO₂ eingespart
→ über 300 rechnerische Bäume gepflanzt
→ mehr als 9 Tonnen Kohle, die im Boden bleiben durften
Dank der Unterstützung des Hauptvereins und vieler Stunden Eigenleistung steht fest:
Der Kredit würde bald nur noch eine Erinnerung sein.












Text und Fotos Dennis Hanschke
